Auf unserer Suche nach einem erholsamen Schlaf und einer blühenden Beziehung stoßen wir oft auf eine faszinierende Frage: Ist es immer die beste Wahl, mit dem Partner zusammen zu schlafen? Während das Teilen eines Bettes oft als der Höhepunkt der Romantik angesehen wird, offenbaren jüngste Trends eine andere Realität. Immer mehr Paare entscheiden sich bewusst dafür, nicht zusammen im Bett zu liegen und schlafen alleine. Eine Entscheidung, die vielleicht der Schlüssel zu einer glücklicheren Beziehung und einem besseren Schlaf sein kann.
Am 20. März 2024 kam das Thema in der VRT Radio 2 Sendung Ann & Daan zur Sprache. Möchten Sie zuhören?
Zurück zu den Wurzeln: Getrennt schlafen im Laufe der Geschichte
Das Bild von Paaren, die gemütlich zusammen schlafen, ist eigentlich ein recht junges Phänomen. In historischen Zeiten, wie im alten Rom, war getrenntes Schlafen die Norm für die Elite. Das Teilen eines Bettes war damals auf intime Momente beschränkt. Der Adel und die Aristokratie, die in großen Palästen und Schlössern mit zahllosen Schlafzimmern lebten, hatten es natürlich leicht, solo zu schlafen. Mit der industriellen Revolution und dem Umzug in kleinere städtische Wohnungen änderte sich vieles, mit allen Vor- und Nachteilen. Es wurde immer häufiger gewählt, im selben Bett zu schlafen.
Die „Schlafscheidung“: ein aufkommender Trend?
In unserer modernen Gesellschaft sehen wir einen wachsenden Trend zur „Schlafscheidung“ oder zu SAT-Beziehungen (Sleeping Apart Together). Wenn Sie den Netflix-Hit „The Crown“ schon gebinged haben, wissen Sie, dass auch die britische Queen und ihr Mann getrennte Schlafzimmer hatten. Anscheinend sind auch Sarah Jessica Parker und Angelina Jolie von einer SAT-Beziehung überzeugt.
Getrennt zu schlafen schafft buchstäblich Raum. Wobei nicht jeder so weit geht, nie wieder gemeinsam im Bett zu schlafen. Manche entscheiden sich eher für eine sanftere Trennung, indem sie getrennt bezogene Matratzen mit zwei Bettdecken in einem oft größeren Bett kombinieren. Oder sie entscheiden sich für eine vorübergehende Trennung, zum Beispiel nach der Geburt eines Babys. So kann sich zumindest einer von beiden für etwas „Quality Sleep“ alleine hinlegen.

Etwa jedes vierte Paar bevorzugt laut einer australischen Studie das getrennte Schlafen, um die Schlafqualität zu verbessern. Aber was genau bedeutet das für Ihre Beziehung?
Die Auswirkungen von schlechter Schlafqualität auf Beziehungen
Eine schlechte Nachtruhe kann einen enormen Einfluss auf Ihre Gesundheit und Ihr Glück haben, aber auch auf Ihre Beziehung. Schlaflose Nächte durch Partner, die schnarchen oder unterschiedliche Schlafrhythmen haben, können zu Reizbarkeit und Konflikten führen. Ist es dann nicht besser, getrennt zu schlafen und so diese Frustrationsquellen zu eliminieren? Aber sicher, denn getrenntes Schlafen muss einer guten Beziehung keineswegs schaden. Das zeigen auch die Ergebnisse einer österreichischen Studie laut BBC.
Wenn Sie Ihre Augen schließen, landen Sie in Ihrer eigenen Welt. Schlaf ist eigentlich ein sehr intimer Moment. Sie entspannen sich, lassen Ihren Tag Revue passieren und finden Ihren eigenen Weg ins Schlummerland. Um tief zu schlafen und sich vollständig zu erholen, ist ein ungestörter Schlaf notwendig. Wenn Sie das Bett mit jemand anderem teilen, haben Sie es mit dessen Schlafgewohnheiten, Geräuschen und Bewegungen zu tun. Die wichtige Phase, in der Sie Erlebnisse und Emotionen verarbeiten, kann also unterbrochen werden. Wenn Sie regelmäßig von jemand anderem aus dem Tiefschlaf gerissen werden, kann sich getrenntes Schlafen im übertragenen Sinne wie eine Befreiung anfühlen.
Gründe für getrenntes Schlafen
Unterschiedliche Schlafvorlieben, Schnarchen, schreiende Babys, schlecht schlafende Kinder, unterschiedliche Schlafrhythmen und sogar Schlafstörungen können gute Gründe sein, getrennt zu schlafen. Dies muss wirklich kein Tabu mehr sein. Und selbst jüngere Paare finden anscheinend, dass alleine zu schlafen gar keine so verrückte Idee ist.
Bestimmte, strengere Glaubensüberzeugungen erlauben das gemeinsame Schlafen von Partnern nur eingeschränkt oder gar nicht. In diesem Fall haben die Menschen also wenig oder keine andere Wahl, als getrennt zu schlafen.
Aber die entscheidende Frage bleibt: Was bedeutet getrenntes Schlafen für die Intimität und Bindung in einer Beziehung?
Kommunikation und Vereinbarungen: Schlüssel zum Erfolg
Getrenntes Schlafen kann für Sie beide von Vorteil sein, vorausgesetzt, die Kommunikation und die Absprachen stimmen. Es geht darum, gemeinsam eine Lösung zu finden, die funktioniert. Denken Sie an die Schaffung separater Schlafbereiche oder die Planung von Momenten für Intimität und Gemütlichkeit. Viele Paare entscheiden sich dafür, zuerst gemeinsam im Bett den Tag Revue passieren zu lassen und zu kuscheln, und ziehen sich dann in ihr eigenes Bett zurück, um zu schlafen. Wer gut geschlafen hat, ist oft auch ein angenehmerer Partner und sitzt meist fröhlicher am Frühstückstisch.
Wenn Sie den Schlaf des anderen weniger stören und es Ihnen beiden gelingt, besser zu schlafen, ist das Schlafen in einem Bett vielleicht ein kleines Opfer. Wobei man natürlich auch den Platz dafür haben muss. Ein Gästezimmer oder ein zusätzliches Schlafzimmer lässt sich oft leichter organisieren, wenn man keine Kinder hat oder diese bereits aus dem Haus sind. So können Sie Ihrem eigenen Schlafrhythmus treuer bleiben. Wenn Sie dann nachts raus müssen, um auf die Toilette zu gehen oder einen Schluck Wasser zu trinken, stören Sie Ihren Partner nicht. Im Urlaub ist das etwas schwieriger durchzuhalten. Sie werden wahrscheinlich nicht jedes Mal zwei separate Hotelzimmer buchen, oder? Besprechen Sie dieses Thema realistisch und klären Sie vor allem sehr deutlich, warum das gemeinsame Schlafen für Sie als Paar anscheinend nicht funktioniert.
Die Vorteile des gemeinsamen Schlafens
Natürlich hat das gemeinsame Schlafen auch Vorteile. Körperlicher Kontakt führt zur Ausschüttung von Oxytocin, dem „Kuschelhormon“, das ein Gefühl der Verbundenheit und des Wohlbefindens fördert. Manche Paare haben sich daran gewöhnt, jeden Abend in der Löffelchenstellung einzuschlafen. Auch kann das gemeinsame Schlafen Teil eines Schlafrhythmus sein. Eine Berührung, ein Kuss, sich gegenseitig buchstäblich spüren … Das kann für Menschen, die zusammen schlafen, sehr entspannend wirken. Wenn es also keine großen Schlafprobleme gibt, kann gemeinsames Schlafen gerade zu einer engeren Beziehung beitragen.
Kleine Lösungen wie Ohrstöpsel gegen Lärm, separate Matratzen, um die Bewegungen des anderen weniger zu spüren, und getrennte Bettdecken können ideale Zwischenlösungen sein, um trotzdem gemeinsam im Bett liegen zu bleiben.
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Wie viele Partner schlafen getrennt voneinander?
Jedes siebte Paar gibt an, im Schlaf gestört zu werden. Jeder sechste Partner schläft sogar schon in einem separaten Bett. Das sind 16,6 % aller zusammenlebenden Partner. Davon schlafen 85 % bereits länger als ein Jahr getrennt. Fast alle haben einmal gemeinsam im Bett angefangen – mehr als 70 % der Menschen, die getrennt schlafen, haben vorher tatsächlich zusammen geschlafen!

Gründe für getrenntes Schlafen:
Untersuchungen der National Bed Federation & Dreams (während der National Sleep Week) zeigen, dass es 4 häufige Gründe gibt, warum Menschen getrennt schlafen:
- Schnarchen des Partners
- Zu großer Unterschied in der Körpertemperatur
- Das Wegziehen der Decke
- Andere störende Bewegungen im Bett (hauptsächlich Treten)
Fazit: Balance finden für eine glückliche Beziehung
Es läuft darauf hinaus, dass ein guter Schlaf essenziell ist. Und das gilt auch für eine glückliche und gesunde Beziehung. Ob Sie sich nun für gemeinsames oder getrenntes Schlafen entscheiden: Das Wichtigste ist, dass Sie eine Balance finden, die für Sie beide funktioniert. So bleiben Sie beide frisch und ausgeruht und finden im anderen einen liebevollen Partner.
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