Elektrische Bettdecke

Der Preis der Schlaflosigkeit? Milliarden pro Jahr!

19 März, 2026
Jürgen Swinnen

Was ist der Preis der Schlaflosigkeit? Nun d ie Zahlen lügen nicht: Schlaflosigkeit fordert einen hohen wirtschaftlichen und sozialen Tribut. Ein Artikel in De Morgen legt den Finger auf den wunden Punkt: Die Rechnung für chronischen Schlafmangel und schlechten Schlaf beläuft sich in Belgien auf neun Milliarden Euro pro Jahr. Das sind 1,5 % des Bruttosozialprodukts des Landes. Aber wie können wir diese verlorenen Euros, Stunden – und unsere Vitalität – zurückgewinnen?

Eine unsichtbare Rechnung

Neun Milliarden Euro. Das ist die astronomische Summe, die durch Produktivitätsverluste, Fehlzeiten und Unfälle aufgrund von Schlafmangel verloren geht. Dies geht aus einem belgischen Bericht hervor, der im Juni 2025 von der KBC veröffentlicht wurde. Sie kamen zu dem Schluss, dass sich die Kosten auf 1,5 % des Bruttosozialprodukts belaufen. Übertragen Sie diesen Prozentsatz auf die Wirtschaft von Ländern wie den Niederlanden, Frankreich, Spanien oder Deutschland, und die Beträge sind um ein Vielfaches höher!

Wir leben in einer Gesellschaft, die 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche „on“ ist. Unser Schlaf und damit unsere körperliche und geistige Gesundheit zahlen den Tribut. Schlafprobleme und Schlafmangel erhöhen das Risiko von Burnout, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Depressionen. Aber die Lösung liegt nicht darin, „sich mehr Mühe“ mit dem Schlaf zu geben. Ganz im Gegenteil.

Umgang mit Schlaflosigkeit: Stoppen Sie den Kampf

Die niederländische Ärztin und ACT-Therapeutin Aline Kruit, Autorin des Buches Schlafen ist Nichtstun, weist auf eine paradoxe Wahrheit hin: Je mehr Sie sich bemühen zu schlafen, desto weniger gelingt es Ihnen.

Schlafen ist ein passiver Prozess, über den Sie keine direkte Kontrolle haben. Kruit rät davon ab, aufzuwachen. Anstatt Ihre Gedanken zu bekämpfen („Ich muss jetzt schlafen, weil ich morgen ein wichtiges Meeting habe“), lernen Sie, sie zu akzeptieren.

Mit Hilfe der Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT) lernen Sie, dass es weniger schädlich ist, ruhig wach zu liegen, als gestresst um den Schlaf zu kämpfen. „Schlaf ist Hingabe“, sagt Aline Kruit.

Sich den Mund zuzuhalten oder Ihren Schlaf einer App anzuvertrauen, ist keine Lösung. Wussten Sie, dass die Zahl der Menschen, die unter Orthosomnie, also der Besessenheit vom perfekten Schlaf, leiden, sprunghaft angestiegen ist? Wir haben die Verbindung zu unseren eigenen Rhythmen, den Signalen unseres Körpers, verloren und verlassen uns auf unzuverlässige Apps und bizarre Rituale. Und warum?

Gut geschlafen? Lassen Sie tagsüber das Gaspedal los

Die belgische Neurologin und Schlafexpertin Dr. Inge Declercq, Autorin der Bücher De kracht van slapen und Slaap Wijzer, befasst sich mit dem biologischen Motor hinter unserem Schlaf. Ihrer Meinung nach beginnt eine gute Nacht in dem Moment, in dem wir aufwachen.

Dekonnektion
Wir können nicht erwarten, dass unser Gehirn um 23 Uhr plötzlich ‚abschaltet‘, wenn wir den ganzen Tag auf Hochtouren gelaufen sind. Declercq plädiert für ‚Dekonnektionsmomente‘ im Laufe des Tages und rechtzeitiges Abschalten. Sie führt dies in ihrem kürzlich erschienenen Buch Brain Rest weiter aus.

Licht und Biorhythmus
Unsere biologische Uhr braucht Tageslicht am Morgen und Dunkelheit am Abend. Declercqs Rat: „Gehen Sie tagsüber regelmäßig vom Gaspedal.“ Kurze Mikropausen und Atemübungen halten Ihr Stresssystem (Cortisol) davon ab, Überstunden zu machen, so dass Sie am Abend natürlicher in den Schlafmodus übergehen können.

Kein Grübeln im Bett
Declercq ist förmlich: Das Bett ist zum Schlafen da (und zum Sex). Grübeln tun Sie auf einem Stuhl in einem anderen Raum, mit Stift und Papier, um Ihre grüblerischen Gedanken aufzuschreiben, damit Ihr Gehirn das Schlafzimmer nicht mit Stress assoziiert.

Ich weiß, das sind wirklich offensichtliche Tipps. Und doch versäumen es viele Menschen, sie anzuwenden. Wann haben Sie sich das letzte Mal wirklich entspannt gefühlt? Ohne Schnaps (oder Drogen), Netflix, Ihr Telefon oder Ihr Tablet? Wirklich entspannt, wirklich genossen oder viel gelacht? Ich stelle fest, dass viele Menschen mit Schlafproblemen, die ich selbst berate, oft Schwierigkeiten haben, diese Frage zu beantworten. Oft dominiert der Stress und zusätzlich dominiert der Stress den Schlaf.

Wach liegend
wach liegend

Suchen Sie Hilfe bei Schlaflosigkeit

Die neun Milliarden Euro, die unsere Wirtschaft verliert, sind ein Weckruf. Aber der Weg zur Genesung führt nicht über weitere Schlaftabletten oder Schlafhilfen wie alle Arten von Gadgets oder Nahrungsergänzungsmitteln.

Schlafmittel sind ein sehr lukratives Geschäft geworden. Wussten Sie, dass weltweit bereits mehr als 80 Milliarden Euro im Spiel sind? Halluzinatorisch! Einfach zu verrückt für Worte! Das Verständnis für unsere biologischen Bedürfnisse und das Loslassen des mentalen Leistungszwangs im Bett kann aber auch ganz anders angegangen werden. Zum Beispiel mit der richtigen Unterstützung durch medizinisches Fachpersonal.

Schlaf oder besserer Schlaf ist kein Luxus oder Zeitverschwendung: Er ist die Grundlage, auf der Ihr Körper und Ihr Geist getragen werden. Es ist also höchste Zeit, dass wir anfangen, diese Milliarden in unsere eigene Erholung zu investieren.

Ein auf Schlaf spezialisierter Psychologe oder ein ausgebildeter Schlafcoach kann Ihnen dabei helfen. Sie bilden eine Brücke zwischen wissenschaftlichen Erkenntnissen und den harten wirtschaftlichen Realitäten. Sie helfen Ihnen, sich wieder in den Griff zu bekommen. Eine wirksame Behandlung für Schlaflosigkeit ist zum Beispiel CBT-i (kognitive Verhaltenstherapie) oder ACT ( siehe oben).

Eine Investition in sich selbst, die sich wirklich auszahlt. Wenn Sie etwas gegen langfristigen schlechten Schlaf oder chronische Schlaflosigkeit unternehmen, gewinnen die Menschen oft neuen Mut. Sie lernen ihre eigene biologische Uhr kennen, lernen zu spüren, was ihr eigener Körper will und beginnen, besser auf ihn zu hören. Langsam aber sicher entkommen sie so dem Teufelskreis der Schlaflosigkeit. Und dank dieses Wissens ist die Wahrscheinlichkeit eines Rückfalls um ein Vielfaches geringer. Wenn Sie wissen, warum Sie schlecht schlafen und wie Sie etwas dagegen tun können, erfahren Sie eine gewisse Ruhe.

Wie können wir gemeinsam den Preis der Schlaflosigkeit senken?

  1. Planen Sie „Gehirnpausen“ ein: Nehmen Sie sich z.B. alle zwei Stunden mindestens fünf Minuten Zeit, um von Ihrem Bildschirm wegzustarren.

  2. Akzeptieren Sie die wachen Momente: Liegen Sie wach? Ärgern Sie sich nicht über sich selbst. Erkennen Sie an, dass Ihr Körper sich ausruht, auch wenn Sie nicht im Tiefschlaf sind.

  3. Suchen Sie das Licht: Gehen Sie gleich am Morgen nach draußen. Das stellt Ihre biologische Uhr auf Alarm für die kommende Nacht.

  4. Suchen Sie professionelle Hilfe! Machen Sie den Schritt. In der Tat ist die Hilfe bei Schlaflosigkeit oft in das Basispaket der Krankenversicherung eingewoben.